Fachbegriff Güte von Edelmetallen und Schmuck

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Diese Bezeichnungen verraten mehr über Qualität, Güte und Wertigkeit

Um sich ein Bild über die Qualität eines Schmuckstücks machen zu können, ist das Wissen über seine Fertigung hilfreich. In diesem Artikel erfahren Sie mehr darüber, was sich hinter den einzelnen Fachbegriffen rund um Edelmetall und Schmuck verbirgt.

Punze/Punzierung

Die Punze, also der Stempel auf einem Schmuckstück, verrät, in welcher Menge Edelmetalle darin enthalten sind oder ob überhaupt hochwertige und edle Metalle darin stecken. Der Wert einer Punze, z. B. 333, 585, 750 oder 999 beziffert die enthaltenen Edelmetallteile von Tausendteilen. Je höher der Wert der Punzziffer, desto mehr edles Metall befindet sich im Schmuckstück. Ist ein Schmuckstück mit zwei Punzierungen versehen, so enthält es einen Edelmetallkern sowie eine noch höherwertigere Edelmetallauflage.

Legierung

Bei dem Vorgang des Legierens werden im Schmelzverfahren mehrere Metalle miteinander vermischt. Dies passiert zum Beispiel, um der Metalllegierung, also dem Mischmetall, bestimmte gewünschte Eigenschaften zukommen zu lassen. Die Punzierung, also die Stempelung auf Schmuck gibt an, in welchem Mischverhältnis das Gold legiert wurde. Die Punze 333 gibt Aufschluss darüber, dass das Schmuckstück 333 Goldteile von insgesamt 1000 Teilen (Tausendteil) enthält. Je höher die Ziffer der Punze, umso höher ist der Goldgehalt. Lesen Sie hierzu auch diesen Artikel.

Galvanisierung

Durch das Eintauchen in ein elektrolytisches Bad lässt sich bei der Galvanisierung die Oberfläche eines weniger edlen oder unedlen Metalls vergüten. Ein Gegenstand wird so durch Stromfluss von einer gleichmäßigen Edelmetallauflage behaftet. Die Dauer des Bades entscheidet über die Dicke der Auflage. Je länger das Bad, umso dicker die Auflageschicht.

Schmuck Fachbegriffe & Güte von Edelmetallen
Schmuck Fachbegriffe & Güte von Edelmetallen

Goldauflage

Bei einem Schmuckstück mit so genannter Auflage ist der Schmuck nicht durchgängig aus Gold hergestellt. Der Kern besteht aus einer anderen Unterlage, oft ein unedles Metall oder ein billigeres Edelmetall, die dann mit einer Goldschicht überzogen wird. Ein bekanntes Verfahren, um einen minderwertigeren Kern mit einer Goldschicht zu überziehen, ist die Galvanisierung. Die Qualität der Goldauflage hängt maßgeblich von der Dicke der Auflagenschicht ab. Wie auch bei der der Feingehaltsbestimmung wird die Auflage ebenfalls in Tausenderunterteilung angegeben. Die Maßeinheit für Auflagen wird als Milliemes bezeichnet und bezieht sich ebenfalls auf das Gewicht. Ein Schmuckstück mit einer Auflage von 10 Milliemes würde bedeuten, dass sich pro ein Kilogramm Unterlagenmaterial die Auflageschicht aus einem Gramm Feingold bestünde.

Gold auf Silber

Der Korpus des Schmuckstücks ist aus Silber gefertigt, der mit einer Goldauflage oder einer Auflage einer Goldlegierung gefertigt ist. Wird dieser Schmuck punziert, muss der Silbergehalt ebenfalls angegeben werden. Ähnlich verhält es sich bei der Bezeichnung „Silber vergoldet“. Dabei liegt der Feingoldgehalt unter 3 Tausendteilen.

Silber Goldplattiert

Dieser Silberschmuck enthält eine Gold- oder Goldlegierungsauflage. Goldplattierter Schmuck hat einen Feingoldgehalt von wenigstens 3 Tausendteilen. Auch hier dürfen beide Feingehalte punziert werden.

Vergoldet (auch versilbert)

Mit Vergoldung ist der Prozess der Auflagenbeschichtung gemeint. Ein unedler(er) Materialkern wird z. B. durch das Verfahren der Galvanisierung mit einer Gold- bzw. Silberschicht überzogen. Waren, die vergoldet oder versilbert sind, dürfen nicht mit der Feingehaltszahl des Überzugsmaterials gestempelt werden.

Vermeil

Die Bezeichnung Vermeil gibt Auskunft darüber, dass ein Schmuckstück einen Silberkern und lediglich eine Goldauflage enthält. Der Gegenstand ist also nicht massiv aus Gold gefertigt.

Hartvergoldung

Bei der Hartvergoldung wird die Goldauflage mit einem Material vermischt, dass die Legierung härter und widerstandsfähiger macht. Hartvergoldungen enthalten einen besonders hohen Nickelanteil, der jedoch künftig bei Schmuck nicht mehr verwendet werden soll.

Double

Handelt es sich um ein Doppelmetall, spricht man von Double. Bei der Fertigung von Double wird ein Unterlagenmaterial wie Bronze, Tombak, Silber oder ähnliches mit einem Goldblock verschweißt. Die beiden zusammengeführten Materialien gehen eine untrennbare Verbindung ein und können nun zu einem dünnen Blech verwalzt werden. Double-Draht wird durch die Verarbeitung eines Metallzylinders erreicht. Doubliert wird mit Gold, das einen Feingehalt von 400 bis 585 Tausendteile, also 12-14 Karat, besitzt. In diesem Feingehaltbereich verfügt Gold über die gleichen Dehnungseigenschaften, wie sein Trägermaterial.

Neusilber/Alpaka

Neusilber ist ein Unedelmetall. Es enthält kein „echtes“ Silber, sondern ist eine Legierung aus Kupfer, Zink sowie einem sehr hohen Nickelgehalt.

Aufdampfen

Das Aufdampfen ist ebenfalls ein Verfahren der Oberflächenveredelung. Nichtmetallische Materialien wie z. B. solche aus Plastik oder Kunststoff können mit dem Verfahren des Aufdampfens mit einem Metallfarbton behaftet werden. In einem Vakuumofen wird Silber so lange erhitzt, dass es verdampft und sich auf dem nichtmetallischen Werkstück niederschlägt und anhaftet.

Diamantieren

Das Diamantieren dient der Oberflächengestaltung. Eine schnell rotierende Maschine mit einem diamantbesetzten Werkzeug erzeugt hochglänzende Schnittflächen. Eine Vielzahl von Diamantschnitten, eventuell auch in unterschiedlichen Schnittrichtungen, erzeugt das typische Bild von des Diamantierens. Neben der Optik des Diamantschliffs wird die Oberfläche insgesamt haltbarer und unempfindlicher. Die Technik des Diamantierverfahrens kann nur bei Metallen, jedoch nicht bei jedem Metall angewandt werden.

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