Aus diversen Gründen werden Metalle veredelt. Um welche Art der Metallveredelung es sich handelt, gibt der Fachbegriff Veredelungsverfahren Aufschluss. Warum Metalle veredelt werden und was die verschiedenen Begriffe der Veredelung über Wertigkeit und Eigenschaften aussagen, darauf gehen wir heute in diesem Wissens-Beitrag näher ein.

Fachbegriff Veredelungsverfahren – warum werden Metalle veredelt?

Edelmetalle wie Gold und Silber sowie Platin verfügen über wünschenswerte Eigenschaften. Doch diese sind nicht immer ausreichend für bestimmte Verwendungszwecke eines Metalls oder die ursprünglichen Materialeigenschaften genügen besonderen Ansprüchen nicht.

Durch verschiedene Verarbeitungsmethoden können unter anderem

  • die gewünschten Eigenschaften verstärkt werden.
  • die gewünschten Eigenschaften um weitere ergänzt werden.
  • das Aussehen des Metalls abgewandelt werden.
  • ungewünschte Eigenschaften verringert werden.
  • hochwertige und somit teure Metalle mit günstigeren vermischt werden.

Dieser Artikel stellt Ihnen die Verfahren zur Veredelung vor, aber auch solche, die den Wert des Materials herabsetzen. Ebenfalls gehen wir vereinzelt auf bestimmte Verarbeitungsmethoden ein, die bei der Schmuckherstellung anzutreffen sind.

Diese Bezeichnungen verraten mehr über Qualität, Güte und Wertigkeit

Um sich ein Bild über die Qualität eines Schmuckstücks machen zu können, ist das Wissen über seine Fertigung hilfreich. In diesem Artikel erfahren Sie mehr darüber, was sich hinter den einzelnen Fachbegriffen rund um Edelmetall und Schmuck verbirgt.

Edelmetalle

Gold und Silber, Platin und Rhodium sind Edelmetalle. Kennzeichnend für die Metalle aus der Gruppe Edelmetalle ist die Korrosionsbeständigkeit unter der Einwirkung von Wasser und Luft. Teilweise sind sie säurebeständig (z. B. Salzsäure). Edelmetalle sind chemisch stabil, weshalb sie bereits früh in der Menschengeschichte als Rohstoff für Gebrauchsgegenstände genutzt wurden. Der hohe Wert, der sich aus der Beständigkeit ergibt, ist auch maßgeblich für den Materialwert der Edelmetalle verantwortlich. Edelmetalle können (ebenso wie halbedeln Metalle und unedle Metalle) auf unterschiedliche Weisen mit anderen Metallen vermischt und beispielsweise zu Goldschmuck verarbeitet. Zu den Halbedelmetallen zählen Kupfer und Rhenium. Unedle Metalle sind Aluminium, Blei und Eisen.

Legieren / Legierung

Bei einer Legierung handelt es sich um einen metallischen Werkstoff, der mindestens aus zwei Komponenten besteht, die alle das Kriterium des metalltypischen Merkmals erfüllen müssen. Die Bezeichnung „Legieren“ benennt das Verfahren, bei dem zwei oder mehrere Werkstoffe zusammengebracht werden. Ziel des Legierend ist es, die Materialeigenschaften in der gewünschten Weise zu manipulieren. Hierbei wird in der Regel eine Verbesserung angestrebt. Dies kann zum Beispiel bessere Materialhärte, höhere Leitfähigkeit, verbesserte Säurebeständigkeit sein. Beim Legieren werden im Schmelzverfahren mehrere Metalle miteinander vermischt. Dies passiert zum Beispiel, um dem Edelmetall als Mischmetall bestimmte Eigenschaften zukommen zu lassen. Die Punzierung, also die Stempelung auf Schmuck gibt an, in welchem Mischverhältnis zum Beispiel Gold legiert wurde. Die Punze 333 gibt Aufschluss darüber, dass das Schmuckstück 333 Goldteile von insgesamt 1000 Teilen (Tausendteil) enthält. Je größer die Ziffer der Punze, umso höher ist der Goldgehalt. Nähere Informationen zum Feingehalt von Gold.

Galvanisieren / Galvanisierung

Ein übergeordneter Fachbegriff für dieses Veredelungsverfahren ist Galvanotechnik. Die Galvanik geht wahrscheinlich auf den Wissenschaftler (Arzt und Naturforscher) Luigi Galvani zurück, der bei einem Forschungsexperiment im Jahre 1789 auf die Funktionsweise des Galvanisierens gestoßen ist. Durch das Eintauchen in ein elektrolytisches Bad lässt sich bei der Galvanisierung die Oberfläche eines weniger edlen oder unedlen Metalls vergüten. Inzwischen ist die Methode der Galvanisierung so gut fortenwickelt, dass auch keramische Werkstoffe und Kunststoffe galvanisiert werden können. Ein Gegenstand wird durch Stromfluss von einer gleichmäßigen Edelmetallauflage behaftet. Die Dauer des Elektrolytbades entscheidet über die Dicke der Auflage. Je länger das Bad, umso dicker wird die Auflageschicht. In der Industrie wird beispielsweise mit Kupfer oder Nickel galvanisiert. Gebrauchsgegenstände, Werkzeuge und Schmuck werden ebenfalls mit diesem Veredelungsverfahren behandelt. So ist die Vergoldung von Schmuckstücken, Bauteilen von Uhren und Essbesteck möglich. Darüber hinaus lassen sich durch diese Technik auch Gegenstände verchromen.

Schmuck Fachbegriffe & Güte von Edelmetallen

Goldauflage

Bei einem Schmuckstück mit so genannter Auflage ist der Schmuck nicht durchgängig aus Gold hergestellt. Der Kern eines Schmuckstücks mit Goldauflage besteht aus einer anderen Unterlage, oft ein unedles Metall oder ein billigeres Edelmetall, die dann mit einer Goldschicht überzogen wird. Ein bekanntes Verfahren, um einen minderwertigeren Kern mit einer Goldschicht zu überziehen, ist die Galvanisierung. Auch hierbei wird durch die Veredelung lediglich die Oberfläche des Kernmaterials mit der hochwertigeren Goldauflage umhüllt. Die Qualität der Goldauflage hängt maßgeblich von der Dicke der Auflagenschicht ab. Wie auch bei der der Feingehaltsbestimmung wird die Auflage ebenfalls in Tausenderunterteilung angegeben. Die Maßeinheit für Auflagen wird als Milliemes bezeichnet und bezieht sich ebenfalls auf das Gewicht. Ein Schmuckstück mit einer Auflage von 10 Milliemes würde bedeuten, dass sich pro ein Kilogramm Unterlagenmaterial die Auflageschicht aus einem Gramm Feingold bestünde.

Gold auf Silber

Der Korpus des Schmuckstücks ist aus Silber gefertigt, der mit einer Goldauflage oder einer Auflage einer Goldlegierung gefertigt ist. Wird dieser Schmuck punziert, muss der Silbergehalt ebenfalls angegeben werden. Ähnlich verhält es sich bei der Bezeichnung „Silber vergoldet“. Dabei liegt der Feingoldgehalt unter 3 Tausendteilen.

Silber Goldplattiert

Dieser Silberschmuck enthält eine Auflage aus Gold oder einer Goldlegierung. Goldplattierter Schmuck hat einen Feingoldgehalt von wenigstens 3 Tausendteilen. Auch hier dürfen beide Feingehalte punziert werden.

Vergoldet (auch versilbert)

Mit Vergoldung ist der Prozess der Auflagenbeschichtung gemeint. Ein unedler(er) Materialkern wird z. B. durch das Verfahren der Galvanisierung mit einer Gold- bzw. Silberschicht überzogen. Waren, die vergoldet oder versilbert sind, dürfen nicht mit der Feingehaltszahl des Überzugsmaterials gestempelt werden.

Vermeil

Die Bezeichnung Vermeil gibt Auskunft darüber, dass ein Schmuckstück einen Silberkern und lediglich eine Goldauflage enthält. Der Gegenstand ist also nicht massiv aus Gold gefertigt. Vermeil darf punziert werden (gestempelt), muss dann jedoch beide Edelmetallfeingehalte enthalten.

Hartvergoldung

Bei der Hartvergoldung wird die Goldauflage mit einem Material vermischt, das die Legierung härter und widerstandsfähiger macht. Hartvergoldung geht meist mit einem besonders hohen Nickelanteil einher. Bei der Produktion von hartvergoldetem Schmuck wird inzwischen jedoch auf Nickel sehr oft vollständig verzichtet, da von Nickel gesundheitliche Risiken ausgehen.

Gold Double

Handelt es sich um ein Doppelmetall, spricht man von Double. Bei der Fertigung von Double wird ein Unterlagenmaterial wie Silber, Bronze, Tombak oder ähnliches Material mit einem Goldblock verschweißt. Die beiden Materialien gehen eine unzertrennliche Verbindung ein und können dann zu dünnen Blechen verwalzt werden. Doubledraht wird durch die Verarbeitung eines Metallzylinders erreicht. Doubliert wird mit Gold, dessen Feingehalt bei 400 bis 585 Tausendteile, also 12-14 Karat, liegt. In diesem Feingehaltbereich verfügt das Gold über ähnliche Dehnungseigenschaften, wie sein Trägermaterial.

Zaponieren

Silberschmuck kann zum Schutz vor Anlaufen mit dem so genannten Zaponlack überzogen werden. Dieser besteht  aus einer Lösung von Celluloid in Aceton. Die Schutzschicht ist kratzanfällig und nicht dauerhaft.

Oxydieren

Unter Oxydieren versteht man die chemische Reaktion eines Materials unter der Einwirkung von Sauerstoff. Die wohl bekannteste Oxydation ist die Rostbildung bei Eisen. Unter einer Oxydation verläuft immer eine farbliche Veränderung des Metalls. Bei Silber zeigt sich die Oxydation durch schwarze Einfärbung ab. Bei Silberschmuck kann die Oxydation sogar erwünscht sein, da sie oft eine schöne Färbung des Silbers mit sich bringt. Dann spricht man oft von schwarzem Silber oder Schwarzsilber.

Aufdampfen

Das Aufdampfen ist eine Methode der Oberflächenveredelung. Nichtmetallische Materialien wie z. B. solche aus Plastik oder Kunststoff können durch das Aufdampfen mit einem Metallfarbton behaftet werden. In einem Vakuumofen wird Silber so lange erhitzt, dass es verdampft und auf dem nichtmetallischen Werkstück niederschlägt und anhaftet.

Neusilber/Alpaka

Neusilber ist ein Unedelmetall. Es enthält kein „echtes“ Silber, sondern ist eine Legierung aus Kupfer, Zink sowie einem sehr hohen Nickelgehalt.

Diamantieren

Das Diamantieren dient der Oberflächengestaltung. Eine schnell rotierende Maschine mit einem diamantbesetzten Werkzeug erzeugt hochglänzende Schnittflächen. Eine Vielzahl von Diamantschnitten, eventuell auch in unterschiedlichen Schnittrichtungen, erzeugt das typische Bild von des Diamantierens. Neben der Optik des Diamantschliffs wird die Oberfläche insgesamt haltbarer und unempfindlicher. Die Technik des Diamantierverfahrens kann nur bei Metallen, jedoch nicht bei jedem Metall angewandt werden.

Punze/Punzierung

Die Punze, also der Stempel auf einem Schmuckstück, verrät, in welcher Menge Edelmetalle darin enthalten sind oder ob überhaupt hochwertige und edle Metalle darin stecken. Der Wert einer Punze, z. B. 333, 585, 750 oder 999 beziffert die enthaltenen Edelmetallteile von Tausendteilen. Je höher der Wert der Punzziffer, desto mehr edles Metall befindet sich im Schmuckstück. Ist ein Schmuckstück mit zwei Punzierungen versehen, so enthält es einen Edelmetallkern sowie eine noch höherwertigere Edelmetallauflage.
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