Schmuck aus Korallen - lässt sich das in Einklang bringen mit Artenschutz?

Schmuck aus Koralle

Schmuck aus Koralle
Die Verwendung von Korallen als Material für Schmuck ist historisch etabliert. Daher verwundert es nicht, dass Schmuck aus Koralle beliebt ist. Korallen gehören als tierisches Lebewesen zur Gattung der Blumentiere oder zur Klasse der Hydrozoa. Die marine Koralle zählt zu dem zoologischen Stamm der Nesseltiere. Insgesamt gibt es etwa 6000 Arten, die in den Meeren bis zu einer Tiefe von 7000 Meter vorkommen. Steinkorallen und Edelkorallen wachsen meist in Kolonien auf so genannten Korallenbänken. Sie bestehen fast ausschließlich aus Kalzium. Korallen wurden bereits in der Antike zur Herstellung von Schmuck in Form von Amuletten verwendet.

Schmuck aus Koralle – historische Bedeutung

Man sagt der Koralle geheimnisvolle Kräfte zu. Sie soll vor Krankheit, Misswuchs und Blitzschlag schützen. Nach dem italienischen Volksglauben bewahrt die Koralle Kinder vor Unheil. Doch in der Geschichte lässt sich der Nachweis über die Relevanz als natürlicher Schmuck auf mehr als 30.000 Jahre zurückdatieren.

So fand man in einer neolithischen Begräbnisstätte bereits Korallen als Grabbeigabe. Korallenschmuck harmoniert wunderbar mit Bernsteinschmuck, Perlenschmuck oder anderem Naturschmuck, da sie alle die Unendlichkeit sowie das Mystische des Meeres miteinander vereinen und die Weite der Natur symbolisieren.
Schmuck aus Koralle

Schmuck aus Koralle – das rote Gold aus dem Meer

Als hochwertige Korallen betrachten Experten Stücke, die besonders groß, gleichmäßig gefärbt und strukturiert sind sowie eine intensive Rotfärbung haben. Diese Faktoren einhergehend mit einem tiefen Farbglanz verleihen einigen Stücken die Bezeichnung Ochsenblut oder auch Moro.

Doch nicht nur in Rot, sondern auch in Orange, Gelb, Blau, Lavendel, Weiß und Schwarz kommen die faszinierend schönen Korallen vor. Als Engelshaut wird die pudrig-rosa Koralle bezeichnet, die ebenfalls sehr begehrt ist und dementsprechend teuer gehandelt wird.

Insbesondere Korallen aus den japanischen Regionen wachsen in großer Vielfalt, so dass gerade von dort wundervolle Korallenarten stammen, wenngleich diese wegen eines weißen Punktes in den Zweiggabelungen im Wert gemindert sind. Sie entsprechen nicht dem makellosen Bild einer perfekten Koralle. Japanische Korallen erreichen gegenüber den Mittelmeerkorallen eine stattliche Größe.

Schmuck aus Koralle – Unterschiede in Farbe und Güte

Anstelle der Edelkoralle wird häufig die Schaumkoralle verwendet, da sie zu günstigeren Preisen erhältlich ist. Dass die Schaumkoralle als Wurzelkoralle in den Meeren um Japan und China aufgrund der intensiven Sonne sehr nah an der Wasseroberfläche wächst, macht sie im Abbau günstiger.

Wohl durch das schnelle Wachstum hat die Schaumkoralle gegenüber der Edelkoralle deutlich weniger Masse und ist somit auch leichter. Besonders für große Anhänger oder Kugeln wird das Leichtgewicht ebenfalls sehr attraktiv. Edle Korallen bleiben in der Regel unbehandelt, jedoch werden sie auch in Harz getaucht, um so den Glanz des natürlichen Materials zu verstärken.

Die Schaumkoralle hat eine natürliche Orange- bis Rotfärbung im Grundton, es gibt sie jedoch in vielen Schattierungen und Farbnuancen innerhalb dieses Spielraums. Des Weitern ist es mit mechanischen Methoden möglich, Korallen kaum merklich in ihrer Farbe zu manipulieren.

Welchen Korallenschmuck gibt es?

Als Korallenschmuck werden verschiedene Schmuckstücke angeboten. Der klassischste Korallenschmuck ist zweifelsfrei die Korallenkette, welche auf der Haut der Trägerin einzigartige Schönheit entfaltet. Sie wird als Einzelstück getragen oder mit weiterem Schmuck kombiniert. So kann die Trägerin ein Korallen Ensemble bestehend aus Kette, Armband, Ohrringen und Fingerring tragen.

Aufgrund der mitunter sehr kräftigen Rotfärbung lassen sich Korallen wunderschön mit Silber kombinieren. Vor allem Ringe sowie Ohrringe sehen großartig aus, wenn sich tiefdunkles Korallenrot mit kühlem Silber vereint.

Wo kann man Korallenschmuck kaufen?

Möchten Sie Korallenschmuck kaufen, werden Sie bei niedergelassenen Juwelieren, aber auch im Internet fündig. Allerdings führen nicht alle Juweliere und Schmuckshops den wunderschönen Schmuck.

Häufig wird günstiger Korallenschmuck mit Schaumkoralle angeboten, bei dem es sich fast immer um Schmuck aus Wurzelkoralle handelt. Diese günstige Wurzelkoralle wird durch Polymerbehandlung imprägniert, um der Korallenkugel eine glattere Oberfläche sowie intensiveres Korallenrot zu verleihen.

Echte Edelkorallen sind wegen ihrem Artenschutz äußerst selten und deshalb äußert teuer.

Obwohl behandelte Bambuskorallen bzw. Wurzelkorallen im Vergleich mit Edelkorallen nicht ganz so schön sind und sich oftmals durch gröbere Poren sowie bräunliche Adern auf der Oberfläche auszeichnen, sollte dieser Schmuck aus Koralle mit Hinblick auf den Artenschutz bevorzugt werden.

Schmuck aus Koralle – worauf beim Kauf achten?

Wenn Sie Korallenschmuck kaufen wollten, müssen Sie einerseits darauf achten, dass man Ihnen keine Fälschung andreht. Andererseits ist es immens wichtig, dass Sie im Zweifelsfall lückenlos die Herkunft der Schmuckstücke nachweisen können.

Rote Edelkoralle: Makellose Schönheit & Perlengröße

Wer sehr hochwertigen Schmuck aus Koralle kaufen möchte, sollte sich unbedingt im Fachhandel umsehen und auf Zertifizierung achten. Nur die echte Edelkoralle ist wirklich viel Geld wert. Eine Korallenkette aus Edelkoralle zeichnet sich durch eine durchgehend rote Färbung aus, ist frei von Marmorierung und Ästchen.

Aus Edelkorallen lassen sich nur beschränkt große Korallenkugeln herstellen. Haben Korallenperlen einen Durchmesser größer als 12 Millimeter, sind diese meist gefälscht.

Sicherer Verschluss bei Korallenketten & Korallen-Armbändern

Je hochwertiger der Schmuck aus Koralle ist, desto wichtiger wird bei Halskette, Collier und Armband die Verarbeitung des Schmucks. Die Kugeln sollten auf reißfester Perlenschnur aufgefädelt sein. Im Idealfall werden die Korallenkugeln einzeln durch Knoten abgesichert.

Ketten sowie Armbänder sollten mit einem stabilen Karabiner und festen Ösen verschlossen sein. Gleiches gilt natürlich auch, wenn Sie sich für ein Schmuckstück aus Korallenästen entscheiden.

Auf Herkunftsnachweis bestehen

Insbesondere bei hochpreisigem Korallenschmuck sollten Sie strikt auf die Herkunft der Korallen sowie die Korallenart selbst achten. Vorsicht ist geboten, wenn Sie aus dem Urlaub im Ausland Schmuck aus Korallen mitbringen. Bestimmte Korallen unterliegen dem Artenschutz, unterliegen strengen Importbeschränkungen, Exportbeschränkungen bzw. Importverbot und Exportverbot.

Für lebende, wie auch tote artengeschützte Tiere – dies gilt auch für Korallen, welche zu Schmuck verarbeitet sind – ist bei der Einfuhr ein artenschutzrechtliches Dokument erforderlich.

Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf Zoll.de. Händler und Privatpersonen sind verpflichtet, bei Import von artgeschützten Korallen Einfuhrbestimmungen einzuhalten.

Hinweis: Manche Urlauber finden am Strand angespülte Korallen oder sammeln beim Tauchen Korallenstücke. Diese stehe ebenfalls unter Artenschutz und dürfen nicht importiert werden. Lediglich unverzweigte Bruchstücke, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten, stehen nicht unter Artenschutz.

Die Koralle unter Artenschutz

Seit vielen Jahren wissen es die meisten Menschen: Die Korallenbänke sind zunehmend vom Absterben bedroht. Korallen wachsen sehr langsam, nur wenige Millimeter pro Jahr. Eine künstliche Züchtung der Koralle ist dadurch nicht rentabel.

Allerdings bestätigen Schmuckhersteller, dass diejenigen Arten für die Schmuckherstellung überwiegend nicht geeignet sein sollen, die unter Artenschutz stehen.

Sie sollen in der Regel nicht jene Eigenschaften haben, die für Schmuck benötigt werden. Zudem soll es nicht notwendig sein, aus dem artengeschützten Bestand zu schöpfen, da ohnehin unter den ungeschützten Arten stetig neue und attraktive Korallenarten gefunden werden.

Welche Korallen stehen unter Artenschutz?

Laut Information vom Bundesamt für Naturschutz, kurz BfN, wurden am 14.05.2009 per Verordnung diese vier, häufig für Schmuck verwendete Korallenarten unter Artenschutz gestellt:

  • Corallium elatius
  • Corallium japonicum
  • Corallium konjoi
  • Corallium secundum

Kraft der Verordnung (EG) Nr. 407/2009 (ABl. L 123) fallen die vier Arten in den Anhang III des Washingtoner Artenschutzabkommens und werden mit im Anhang C der VO (EG) 338/97 in EU-Recht umgesetzt.

Zu den geschützten Arten gehören also Südseekorallen wie Weiße Koralle aus Japan und den Philippinen, Taiwan-Koralle (Boké, Momo, Magai, Engelshaut), Japanische Edelkoralle (Oxblood, Aka, Moro, Satsuma), Pazifikkorallen (z. B. Roato, Midway).

Indes unterliegt Sardegna Mittelmeerkoralle (Corallium rubrum) nicht der CITES Pflicht. Derzeit ausgenommen ist auch fossiles Korallengestein, welches oftmals an Land gefunden wird, sowie Korallensand mit einer Körnung unter 2 mm Durchmesser.

Korallenarten CITES Anhang II WA

Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt weitere Korallenarten unter CITES II WA. Dazu zählen unter anderem:

  • Becherkorallen (Euphyllia spp.)
  • Blaue Koralle (Heliopora coerulea)
  • Feuerkoralle (Milleporidae spp.)
  • Filigrankoralle (Stylasteridae spp.)
  • Kammkorallen (Pectinia spp.)
  • Orgelkoralle (Tubiporidae spp.)
  • Schwarze Koralle (Antipatharia spp.)
  • Steinkoralle (Scleractinia spp.)

Washingtoner Artenschutzabkommen Anhänge

CITES regelt den Handel mit gefährdeten Arten aus dem Tierreich und Pflanzenreich. Es gibt drei Anhänge, die beim Handel mit CITES geschützten Arten zu berücksichtigen sind:

Anhang I WA

Umfasst stark vom Aussterben bedrohte Arten, internationaler Handel verboten, Ausnahmen möglich.

Anhang II WA

Umfasst noch nicht vom Aussterben bedrohte Arten, Handel streng kontrolliert.

Anhang III WA

Soll nicht nachhaltige Verwendung sowie illegale Ausbeutung verhindern, Handel nur mit Zertifikaten oder Genehmigung erlaubt.

Korallenfischerei unterliegt Beschränkungen

In zahlreichen Ländern ist die Korallenfischerei stark reglementiert. Schleppnetze sowie Greifarme sind verboten. Korallen dürfen nur in bestimmter Meerestiefe gefischt werden.

Taiwan beschränkt die Fangquote jährlich pro Schiff auf 200 kg. Japan beschränkt ebenfalls die Fangquoten, kontrolliert Schiffspositionen und reguliert, welche Korallengebiete befischt werden dürfen. Darüber hinaus sind Vorgaben einzuhalten, was die Mindestgrößen sowie das Alter von Korallen betrifft.

Darf man Korallenschmuck verkaufen

Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie von Ihrer Mutter oder Großmutter Schmuck aus Koralle geerbt haben, den Sie aber selbst nicht tragen möchten.

Handelt es sich um eine echte, artgeschützte Korallenart, muss auch antiker Korallenschmuck zwingend mit Herkunftsnachweis und/oder CITES-Formular verkauft werden. Doch oft fehlt der Nachweis, wenn alter Korallenschmuck als Familienerbstück weitergegeben wird. Dann sollten Sie auf keinen Fall Ihren Korallenschmuck verkaufen, ohne sich ausführlich über die rechtliche Bestimmungen zu informieren.

Koralle – Artenvielfalt

Weltweit gibt es geschätzte 2.500 Arten an Korallen, wobei nur wenige davon für die Schmuckherstellung verwendet werden. Gründe, warum einige Sorten nicht zur Schmuckerzeugung gebraucht werden, sind darin zu sehen, dass sie entweder nicht über gewünschte Materialeigenschaften (ausreichende Härte) verfügen oder schlicht den optischen Ansprüchen nicht genügen.

Die bekannteste Schmuckkoralle ist die rote Edelkoralle Corallium rubrum. Sie kommt im Mittelmeer vor und wird als Sardegnakoralle bezeichnet. Vermutlich die edelste und kostbare ist die Aka Koralle, welche in Japan gefunden wird.

Woher kommen Korallen?

Korallen wachsen im Meer. Herkunftsbezeichnungen wie Mittelmeerkoralle oder Pazifikkoralle sind üblich. Riffbildende Arten bilden auf dem Meeresgrund Korallenbänke bzw. Korallenriffe. Einige Korallenarten können nur bei einer Wassertemperatur über 20 °C gedeihen. Diese siedeln sich im Tropengürtel an. Viele tropische Korallenriffe befinden sich im ufernahen Flachwasser, da insbesondere tropische Steinkorallen Sonnenlicht als Energiequelle benötigen.

Kaltwasserkorallen, welche bei einer Wassertiefe von 200 bis 600 Meter Tiefwasserriffe bilden, überleben problemlos niedrigere Wassertemperaturen. Sie ernähren sich von Zooplankton und benötigen kein Sonnenlicht. Anzutreffen sind solche Arten beispielsweise in norwegischen Fjorden.

Gehandelt werden sie heutzutage überwiegend im italienischen Torre del Greco und im chinesischen Hong Kong. Korallenriffe vor Sizilien, Sardinien, Kampanien, Korsika sowie vor Frankreich bringen ebenfalls größere Mengen an Schmuckkorallen auf den Markt.

Korallenschmuck pflegen

Damit Schmuck aus Koralle lange seine Schönheit bewahrt, ist ein pfleglicher Umfang mit den zauberhaften Schmuckstücken wichtig. Die beste Korallenpflege ist es, Kontakt mit Parfüm, Creme, Haarspray sowie Schweiß zu vermeiden, damit die natürliche Farbe der Schmuckstücke erhalten bleibt.

Korallen reinigen mit weichem Tuch

An besonders heißen Tagen, beim Duschen oder Schwimmen sollte auf das Tragen von Korallenschmuck verzichtet werden. Möchten Sie Ihre Korallenkette oder Ihr Korallenarmband tragen, cremen und parfümieren Sie die Haut nicht, wo der Korallenschmuck aufliegt. Nach dem Tragen von Korallenschmuck reinigen Sie Ihre Korallen mit einem weichen Tuch, welches nicht fusselt.

Schmuck aus Koralle vom Juwelier aufbereiten lassen

Bei häufigem Tragen sollten Sie Ihren Schmuck aus Koralle etwa einmal jährlich vom Juwelier professionell reinigen lassen. Korallenketten sowie Armschmuck mit Korallenkugeln sollten gelegentlich neu auf reißfeste Perlseide geknüpft werden, wie Sie es auch von der Perlenpflege kennen.

1 Kommentar
  1. Kira N.
    Kira N. sagte:

    Vielen Dank für diesen Beitrag über Naturschmuck aus Koralle. Gut zu wissen, dass es nicht nötig ist, den artengeschützten Bestand für Naturschmuck zu schöpfen. Ich möchte mir auch gern ein solches Stück Naturschmuck zulegen und werde mal in Onlineshops danach Ausschau halten.

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