Nasenring stechen lassen - viele Tipps von Auswahl des Piercers bis zur Pflege

Man mag es sich heute kaum mehr vorstellen, dass in den 1970er Jahren so mancher Ohrschmuck noch als Provokation empfunden wurde, in den 1980er und 1990er Jahren dann abgelöst von Bauchnabelpiercing und Nasenring. Piercings durchbrachen nicht nur Haut und Knorpel, sondern auch die Spießigkeit. Inzwischen sind Ohrringe, Ohrstecker, Nasenpiercing sowie andere Piercings zu beliebten Schmuckstücken geworden, über die sich niemand mehr empört. Deshalb beschäftigen wir uns in diesem Ratgeber mit dem Thema Nasenring stechen lassen und haben hilfreiche Tipps, worauf dabei zu achten ist.

Nasenpiercing: Nostril- & Septum-Piercing

Bei Nasenpiercings wird vornehmlich zwischen den beiden Varianten Nostril-Piercing und Septum-Piercing unterschieden, welche die Lage des Schmuckstücks beschreiben.

Das Nostril Piercing beschreibt das Tragen von Nasenpiercing Ring oder Stecker entweder am rechten oder linken Nasenflügel. Indes wird das Septum-Piercing an der Nasenscheidewand unterhalb des Knorpels getragen. Diese Trageweise des Nasenpiercings gilt als die am weitesten verbreitete Variante und geht auf asiatische und afrikanische kulturelle Traditionen zurück. In Indien und Afrika wird bei Nasenstecker und Nasenring Gold als Schmuckmaterial bevorzugt. Wer sich aus ästhetischen Gründen für das Piercen entscheidet, kann aber natürlich auch beim Nasenpiercing Silber als Material für das Schmuckstück bevorzugen.

Doch bevor Gold oder Silber beim Schmuckstück für die Nase in die Auswahl kommen, müssen Sie erst einmal Nasenstecker bzw. Nasenring stechen lassen und dabei auf ein medizinisch geeignetes Material zurückgreifen. Darauf gehen wir später noch näher ein.

Loch für Nasenring stechen lassen oder schießen?

Ab den 1960er Jahren wird die sogenannte Ohrlochpistole dazu eingesetzt, um Ohrlöcher zu “schießen”. In eine solche “Pistole” wird ein Ohrstecker eingelegt. Die Ohrlochpistole verfügt über eine Spannfeder. Wird der Abzug ausgelöst, “schießt” der Ohrstecker mit hohem Druck und schneller Geschwindigkeit durch das Ohrläppchen – fertig ist das Ohrloch.

Weil diese Methode in der Anwendung sehr einfach ist, wurde und wird das Ohrloch stechen mit der Ohrlochpistole häufig beim Juwelier, gelegentlich auch in einer Arztpraxis angeboten. Dort kann prinzipiell auch das Nostril Nasenpiercing mit der Ohrlochpistole geschossen werden. Jedoch spricht inzwischen einiges dagegen, im Juweliergeschäft oder beim Arzt ein Piercing Loch machen zu lassen.

Denn bei dieser Methode bestehen medizinische Risiken, die nicht zu unterschätzen sind und zu Komplikationen führen können. So kann beispielsweise beim Perforieren das Gewebe rund um den Einstichkanal einreißen, weshalb man sich bei einem professionellen Piercer das Loch für Nasenstecker und Nasenring stechen lassen sollte.

Im Piercingstudio erfolgt die Perforierung von Haut und Gewebe mit Hilfe einer Venenverweilkanüle. Dieses medizinische Instrument ist vergleichbar mit einer Nadel, die über einen Hohlraum verfügt und mit langsamer Geschwindigkeit durch Haut und Gewebe gestochen wird. Dadurch ist das Stechen weitaus gewebeschonender und das Loch kann präziser positioniert werden.

Wie funktioniert das Stechen eines Nasenpiercings?

Nach dem Durchstechen durch Nasenflügel oder Septum verbleibt die Venenverweilkanüle im Durchstechkanal. Das einzusetzende Schmuckstück wird anschließend durch die Kunststoffhülle eingesetzt. Wird diese dann aus dem Gewebe herausgezogen, wird gleichzeitig der Nasenstecker beziehungsweise der Nasenring durch das Loch gezogen und an gewünschter Stelle positioniert. Nachdem der Piercingverschluss aufgebracht wurde, ist alles erledigt.

Das Piercen gilt im Vergleich zum Stechen als weitaus risikoärmer und sollte daher insbesondere beim Nasenpiercing stets bevorzugt werden, um einerseits das Verletzungsrisiko zu minimieren und die Wundheilung positiv zu beeinflussen.

Nasenring stechen lassen: Wie findet man ein gutes Piercingstudio?

Damit beim Piercen nichts schief geht, muss man mit Sorgfalt das richtige Piercingstudio oder einen erfahrenen Piercer finden. Dafür sollte man sich Zeit nehmen und im Zweifelsfall weitersuchen, bis man sich gut aufgehoben fühlt.

Im Idealfall gibt es bereits gepiercte Freunde, Verwandte und Bekannte, die eine Empfehlung für ein gutes Tättoo- und Piercingstudio aussprechen können. Eine Empfehlung ersetzt jedoch nicht den ersten Eindruck und ein umfassendes Beratungsgespräch mit dem Piercer.

Vereinbaren Sie zunächst einen Beratungstermin und bei positivem Eindruck dann erst den eigentlichen Termin für das Piercen.

Beratungstermin mit dem Piercer vereinbaren

Möchten Sie sich ein Loch für einen Stecker oder Nasenring stechen lassen, vereinbaren Sie am besten ein Beratungsgespräch im Studio. Achten Sie unbedingt beim Betreten und während der Beratung beim Piercer auf Hygiene und die Atmosphäre, die dort herrscht.

Schauen Sie sich gründlich um!

Halten Sie bei Ihrem Beratungsgespräch vor dem Piercen Augen und Ohren offen, damit Sie anschließend entscheiden können, ob Sie sich in professionellen Händen wägen dürfen.

Auf diese Punkte sollten Sie achten:

  • Ist alles hygienisch sauber?
  • Sind alle Flächen staubfrei?
  • Sind die Mülleimer geleert?
  • Ist das Piercingstudio aufgeräumt und macht einen sterilen Eindruck?
  • Gibt es einen uneinsehbaren Raum zum Piercen?
  • Nimmt der Piercer sich ausreichend Zeit für die Beratung und geht er/sie auf all Ihre Fragen ein?

Hygiene ist beim Piercen das A&O

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist das Selbstverständnis zur Hygiene. Studio und Piercer sollen nicht nur sauber und gepflegt aussehen, sondern auch in der Beratung sollten Sie umfangreich über die Hygiene im Studio in Kenntnis gebracht werden.

  • Werden Sie eigenständig darüber informiert, welche Hygienestandards eingehalten werden und wird Ihnen ein vorbildliches Hygienekonzept schlüssig erklärt?
  • Werden sterile Einwegmaterialien verwendet?
  • Wird mit sterilen Einweghandschuhen gearbeitet?
  • Werden benötigte Werkzeuge sowie sämtliche Arbeitsbereiche vor und nach jeder Anwendung sterilisiert bzw. desinfiziert?
  • Werden Sie gut darüber informiert, wie Sie Nasenpiercing Stecker oder Nasenring nach dem Einsetzen reinigen und pflegen sollen?

Lassen sich all diese Fragen mit einem “Ja” beantworten, sind die Chancen sehr gut, dass es sich um ein professionelles Piercingstudio handelt.

Wie viel kostet das Nasenring stechen lassen?

Die Preise fürs Piercen variieren sehr stark und können von einem niedrigen zweistelligen Betrag bis weit über 100 Euro reichen. Da alleine schon Miete, Steuern, Hygiene sowie Personalkosten einen hohen Kostenaufwand mit sich bringen, vermeiden Sie es strikt, auf günstige Anbieter zurückzugreifen. Hier wäre zwingend davon auszugehen, dass zu Ihrem Nachteil vermutlich an hohen Hygienestandards gespart wird.

Insbesondere konsequente Hygiene ist maßgeblich darüber entscheidend, das Infektionsrisiko beim Piercen so gering wie möglich zu halten. Ein erfahrenes Studio mit vorbildlichem Hygienekonzept kann das Piercen nicht zu einem Schnäppchenpreis anbieten!

Nasenpiercing – ja oder nein?

Es versteht sich von selbst, dass das Piercen wohl überlegt sein will, vor allem, wenn es sich um einen Nasenring oder einen Nasenstecker handelt. Zwar ist die Akzeptanz heute um ein Vielfaches höher, als noch in den 1980er oder 1990er Jahren, allerdings gibt es manchmal nach wie vor Vorbehalte gegenüber Menschen, die ein Gesichtspiercing tragen.

Wer Besorgnis hat, dass durch ein Nasenpiercing zum Beispiel berufliche Nachteile entstehen könnten oder sich noch nicht sicher ist, ob ein solches Piercing auf Dauer gefällt, kann erst einmal ein Fake-Nasenpiercing zum Klemmen ausprobieren.

Nasenring & Nasenpiercing Stecker: Die richtige Pflege

Bevor Sie sich einen Nasenring stechen lassen, sollten Sie sich mit der Piercingpflege auseinandersetzen. Unmittelbar nach dem Piercen gilt für mindestens einen Monat (abhängig vom Heilungsgeschehen eher länger):

  • kein Besuch in der Sauna
  • nicht schwimmen gehen
  • Kontakt mit Kosmetikprodukten vermeiden
  • Vermeidung mechanischer Reize
  • Vorsicht beim Nase putzen

Der frisch gestochene Piercingkanal wird in den nächsten 2 Wochen täglich 2 mal mit einem speziellen Pflegemittel gereinigt, welches Sie im Piercingstudio kaufen können. Bildet sich eine Kruste, wird diese mit lauwarmem Wasser und einem nicht fusselnden Tuch vorsichtig gereinigt.

Dauerhaft ist das Reinigen des Nasenrings oder Nasensteckers natürlich sinnvoll, um Entzündungen vorzubeugen.

Wann kann ich das Nasenpiercing wechseln?

Wenn Sie sich zum ersten mal einen Stecker oder Nasenring stechen lassen, wird in der Regel ein Schmuckstück aus gut verträglichem und anlauffreien Stahl oder Titan verwendet. Erst nach guter Verheilung können Sie dann bei Nasenstecker bzw. Nasenring Gold oder Silber als Material auswählen.

Nachdem das Piercing gestochen wurde, dauert es mindestens einen Monat, bis die Wunde verheilt ist. Trotzdem sollte mit dem Wechsel länger gewartet werden, bevor ein neues Schmuckstück eingesetzt wird. Umso länger das erste Nasenpiercing verbleibt, desto einfacher verläuft das Austauschen mit einem neuen Schmuckstück und desto geringer ist das Risiko, dass es durch den Wechsel des Nasenpiercings zu einer Entzündung kommt. Bei optimalem Heilungsprozess ist von einer idealen Wartezeit von 2 bis 3 Monaten auszugehen.

Sind Sie sich unsicher oder trauen Sie sich das Austauschen noch nicht selbst zu, wenden Sie sich an Ihren Piercer, der Sie berät und auch das neue Piercing einsetzen kann.

Nasenpiercing kaufen – worauf achten?

Sobald der Einstichkanal ausreichend verheilt ist, spricht nichts dagegen, nach Herzenslust das Schmuckstück auszutauschen. Möchten Sie sich ein neues Nasenpiercing kaufen und beispielsweise den Nasenring aus Gold durch ein Nasenpiercing aus Silber ersetzen, finden Sie im Internet oder beim Juwelier eine große Auswahl schöner Schmuckstücke aus Echtgold, Echtsilber oder im Bereich des Modeschmucks.

Achten Sie bei allen Piercings stets darauf, dass diese gut verträglich sind. Verwenden Sie unbedingt nickelfreien Piercingschmuck, da Nickel allergieauslösend sein kann.
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