Siegelringe – Eine schöne Familientradition
Wohl jedem ist schon einmal der erhabene Siegelring an der Hand eines Trägers aufgefallen. Er gehört zu jenem Schmuck, der auffallen will und soll. Als Schmuckstück zieren Siegelringe nicht nur die Hand, sondern die besonderen Ringe haben auch eine Bedeutung. Dass er mit Familienwappen oder Initialen des Trägers verziert ist, hat seinen Grund. Denn früher diente der Siegelring neben seiner Erscheinung als Schmuck auch als Stempel für Briefsiegel.
Nachdem ein wichtiges Schriftstück verfasst wurde, wurde es mit einem Wachsiegel verschlossen, in das mit dem Siegelring das Familienwappen oder eben die Initialen eingestempelt wurden. So wollte verhindert werden, dass jemand sich unbefugt Kenntnis über den Inhalt des Schriftstücks verschaffen konnte. Bei dem Versuch, den Inhalt eines Briefs oder einer Schriftrolle zu lesen, hätte man nämlich das Siegel brechen müssen, aber man hätte es nicht mehr durch ein intaktes Siegel ersetzen können. Einzig der Träger des Siegelringes, also der Absender, vermochte dies zu tun.
Siegelringe – auffälliger Schmuck
Als Zeichen von Macht und Reichtum waren es oft die Adeligen, Regenten und Herrscher, die sich mit diesem auffälligen Schmuckstück zierten. Der wohl berühmteste Siegelring ist der Fischerring, der nur auf päpstlichem Ringfinger getragen werden darf. Mit ihm wurden bis ins Jahr 1843 Schriftstücke des Heiligen Vaters versiegelt.
Jeder Siegelring ist ein Unikat, das auch heute nach wie vor aufwändig als Unikatschmuck vom Juwelier in Handarbeit gefertigt werden muss. Der künftige Träger des Rings lässt also seine individuellen Wünsche und Vorstellungen einfließen, damit später der Schmuck den gehobenen Erwartungen des Trägers entspricht. Die Arbeit des Goldschmieds ist filigranste Detailarbeit und stellt eine Kunst für sich dar.
Die Schwierigkeit dabei ist es, ein kunstvoll gestaltetes Familienwappen oder Versalien auf eine kleine Fläche zu übertragen und dennoch die Feinheiten wunderschön herauszuarbeiten, denn auch sie repräsentieren die Bedeutung des Schmuckstücks.
Siegelring mit Familienwappen
Ohnehin ist Familienschmuck sehr beliebt und hat Tradition. Doch Siegelringe sind etwas ganz Besonderes, da sie einerseits seit der frühen Geschichte nicht nur Macht- und Autoritätssymbole sind, sondern auch funktional. Denn einst verwandte man den Wappenring mit dem Herrscher- oder Familienwappen, um Schriftstücke mit einem Siegel zu kennzeichnen.
Dabei fungierten individuell angefertigte Siegelringe als Stempel, mit denen das Wachssiegel gekennzeichnet wurde. Nur der Träger des Siegelrings konnte also das Siegel kennzeichnen und ein gebrochenes oder fehlendes Siegel ließ annehmen, dass jemand das Schriftstück unerlaubt gelesen hatte oder es sich dabei gar um eine Fälschung handelte.
Historische Siegelringe
Schon 2000 Jahre vor Christus trugen die alten Ägypter einzigartige Ringe, die als Siegelringe bedeutsame Insignien darstellten. Der wohl bekannteste Siegel- und Wappenring ist der Amtsring des Papstes, der Fischerring. Bis ins Jahr 1843 besiegelte der päpstliche Fischerring Schreiben des Heiligen Vaters, mit dessen Verwaltung der Camerlengo, der Kämmerer des Vatikans, betraut ist.
So, wie Ringe mit Familienwappen nur zum Tragen der Mitglieder einer Familie vorbehalten sind, darf auch der Fischerring nur von dem Papst getragen werden, der zuvor im Konklave zum Papst gewählt wurde. Während der Fischerring nach dem Ableben oder des Rücktritts des Heiligen Vaters vom Camerlengo abgenommen und zerbrochen wird, wird ein familiärer Wappenring ebenso wie Familienschmuck innerhalb der Familie vererbt.
Verschiedene Techniken beim Siegelring
Der Siegelring ist, unabhängig der künstlerischen Gestaltung immer sehr aufwändig hergestellt, doch es gibt zahlreiche Varianten, wie dieser Schmuck gefertigt werden kann. Es gibt solche Ringe, die einzig aus hochkarätigem Gold gearbeitet sind, ebenso wie jene, die im Ringkopf eine eingepasste Platte etwa aus Edelstein haben.
Das Motiv kann in die Ringplatte eingraviert sein, so dass das Familienwappen oder die Initialen vertieft dargestellt werden. Dies bezeichnet man als Intaglio. Eine weitere Technik ist Kamee, bei der um das Motiv herum das Material abgetragen wird, um so das Wappen oder die Buchstaben erhaben abzubilden.
Die Gravur kann sowohl in Edelmetalle wie auch in Edelsteine eingebracht werden. Da der Siegelring heutzutage kaum noch wegen der ursprünglichen Funktion als Siegelkennzeichnung in Verwendung ist, hat er ein wenig seiner ursprünglichen Bedeutung eingebüßt. Dennoch zählt er auch heute zum Schmuck, der gerne und mit Stolz getragen wird.
Der Aufbau eines Siegelrings
Die optische Erscheinung der Siegelringe ist auffällig. Dies liegt vornehmlich in der Tatsache begründet, dass Siegel- und Wappenring immer individuell in Handarbeit gefertigt werden und als Symbol von Macht und Reichtum eine gewisse repräsentative Erwartung erfüllen mussten. Auch heute noch sind Siegelringe aufwändig und großzügig gearbeitet, wenngleich die Ausmaße heutzutage eher im Rahmen bleiben.
Der Siegelring als elementarer Bestandteil vom Familienschmuck ist meist aus hochwertigem Gold gefertigt und mit einer dekorativen und erhabenen Ringplatte verziert. Geziert wird der Ringkopf mit dem Familienwappen oder den Initialen des Ringträgers. Sehr filigran wird das Wappen entweder als Erhöhung (Kamee) oder als Vertiefung (Intaglio) in das Material eingearbeitet.
Häufig nimmt dabei eine Gemme die Grundplatte der Siegelringe ein, der durch farbige Edelsteine äußerst auffällig in Erscheinung tritt. Nach wie vor gibt es auch heute noch sehr viele Familien, die ihren Familienschmuck mit einem Familienwappen verzieren, denn das wird traditionell nicht nur auf Siegelringe gearbeitet.
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