Fachbegriff Veredelungsverfahren

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Was bedeuten die verschiedenen Begriffe der Veredelung

Edelmetalle wie Gold und Silber sowie Platin verfügen über wünschenswerte Eigenschaften. Durch verschiedene Verarbeitungsmethoden können unter anderem

  • die gewünschten Eigenschaften verstärkt werden
  • die gewünschten Eigenschaften um weitere ergänzt werden
  • das Aussehen des Metalls abgewandelt werden
  • ungewünschte Eigenschaften verringert werden
  • hochwertige und somit teure Metalle mit günstigeren vermischt werden.

Dieser Artikel stellt Ihnen die Verfahren zur Veredelung aber auch solche vor, die den Wert des Materials herabsetzen.

Edelmetalle

Gold und Silber, Platin und Rhodium sind Edelmetalle. Sie können auf unterschiedliche Weisen mit anderen Metallen vermischt werden und werden so beispielsweise zu Goldschmuck verarbeitet.

Legieren

Beim Legieren werden im Schmelzverfahren mehrere Metalle miteinander vermischt. Dies passiert zum Beispiel, um dem Edelmetall als Mischmetall bestimmte Eigenschaften zukommen zu lassen. Die Punzierung, also die Stempelung auf Schmuck gibt an, in welchem Mischverhältnis zum Beispiel Gold legiert wurde. Die Punze 333 gibt Aufschluss darüber, dass das Schmuckstück 333 Goldteile von insgesamt 1000 Teilen (Tausendteil) enthält. Je größer die Ziffer der Punze, umso höher ist der Goldgehalt. Nähere Informationen zum Feingehalt von Gold.

Galvanisierung

Durch das Eintauchen in ein elektrolytisches Bad lässt sich bei der Galvanisierung die Oberfläche eines weniger edlen oder unedlen Metalls vergüten. Ein Gegenstand wird durch Stromfluss von einer gleichmäßigen Edelmetallauflage behaftet. Die Dauer des Elektrolytbades entscheidet über die Dicke der Auflage. Je länger das Bad, umso dicker wird die Auflageschicht.

Goldauflage

Bei einem Schmuckstück mit so genannter Auflage ist der Schmuck nicht durchgängig aus Gold hergestellt. Der Kern besteht aus einer anderen Unterlage, oft ein unedles Metall oder ein minderwertigeres Edelmetall, der dann mit einer Goldschicht überzogen wird. Ein bekanntes Verfahren, um einen minderwertigeren Kern mit einer Goldschicht zu überziehen, ist die Galvanisierung. Die Qualität der Goldauflage hängt maßgeblich von der Dicke der Auflagenschicht ab. Wie auch bei der der Feingehaltsbestimmung wird die Auflage ebenfalls in Tausenderunterteilung angegeben. Die Maßeinheit für Auflagen wird als Milliemes bezeichnet; sie bezieht sich ebenfalls auf das Gewicht. Ein Schmuckstück mit einer Auflage von 10 Milliemes bedeutet, dass sich pro ein Kilogramm Unterlagenmaterial die Auflageschicht aus einem Gramm Feingold besteht.

Gold auf Silber

Der Korpus eines Schmuckstücks ist aus Silber gefertigt, der mit einer Goldauflage oder einer Auflage einer Goldlegierung gefertigt ist. Wird dieser Schmuck punziert, muss der Silbergehalt ebenfalls angegeben werden. Ähnlich verhält es sich bei der Bezeichnung „Silber vergoldet“. Bei Silber vergoldet liegt der Feingoldgehalt unter 3 Tausendteilen.

Silber Goldplattiert

Dieser Silberschmuck enthält eine Auflage aus Gold oder einer Goldlegierung. Goldplattierter Schmuck hat einen Feingoldgehalt von wenigstens 3 Tausendteilen. Auch hier dürfen beide Feingehalte punziert werden.

Vergoldet (auch Versilbert)

Die Vergoldung bezeichnet eine Form der Auflagenbeschichtung. Ein unedler(er) Materialkern wird z. B. durch die  Galvanisierung mit einer Goldschicht bzw. Silberschicht überzogen. Produkte, die vergoldet oder versilbert sind, dürfen nicht mit der Feingehaltszahl des Überzugsmaterials gestempelt werden.

Vermeil

Die Bezeichnung Vermeil gibt an, dass ein Schmuckstück einen Silberkern und eine Goldauflage enthält. Der Gegenstand ist nicht aus Massivgold gefertigt. Vermeil darf punziert werden (gestempelt), muss dann jedoch beide Edelmetallfeingehalte enthalten.

Hartvergoldung

Bei der Hartvergoldung wird die Goldauflage mit einem Material vermischt, das die Legierung härter und widerstandsfähiger macht. Hartvergoldung geht meist mit einem besonders hohen Nickelanteil einher. Bei der Produktion von hartvergoldetem Schmuck wird inzwischen jedoch auf Nickel sehr oft vollständig verzichtet, da von Nickel gesundheitliche Risiken ausgehen.

Double

Handelt es sich um ein Doppelmetall, spricht man von Double. Bei der Fertigung von Double wird ein Unterlagenmaterial wie Silber, Bronze, Tombak oder ähnliches Material mit einem Goldblock verschweißt. Die beiden Materialien gehen eine unzertrennliche Verbindung ein und können dann zu dünnen Blechen verwalzt werden. Doubledraht wird durch die Verarbeitung eines Metallzylinders erreicht. Doubliert wird mit Gold, dessen Feingehalt bei 400 bis 585 Tausendteile, also 12-14 Karat, liegt. In diesem Feingehaltbereich verfügt das Gold über ähnliche Dehnungseigenschaften, wie sein Trägermaterial.

Zaponieren

Silberschmuck kann zum Schutz vor Anlaufen mit dem so genannten Zaponlack überzogen werden. Dieser besteht  aus einer Lösung von Celluloid in Aceton. Die Schutzschicht ist kratzanfällig und nicht dauerhaft.

Oxydieren

Unter Oxydieren versteht man die chemische Reaktion eines Materials unter der Einwirkung von Sauerstoff. Die wohl bekannteste Oxydation ist die Rostbildung bei Eisen. Unter einer Oxydation verläuft immer eine farbliche Veränderung des Metalls. Bei Silber zeigt sich die Oxydation durch schwarze Einfärbung ab. Bei Silberschmuck kann die Oxydation sogar erwünscht sein, da sie oft eine schöne Färbung des Silbers mit sich bringt. Dann spricht man oft von schwarzem Silber oder Schwarzsilber.

Aufdampfen

Das Aufdampfen ist eine Methode der Oberflächenveredelung. Nichtmetallische Materialien wie z. B. solche aus Plastik oder Kunststoff können durch das Aufdampfen mit einem Metallfarbton behaftet werden. In einem Vakuumofen wird Silber so lange erhitzt, dass es verdampft und auf dem nichtmetallischen Werkstück niederschlägt und anhaftet.

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